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130. Geburtstag: Motorsport-Historie mit „Graf Kilowatt“


Eine kurze, aber ruhmreiche Motorsport-Laufbahn

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Warum heißt jemand „Graf Kilowatt“? Es war natürlich ein „nickname“, um es mal modern auszudrücken. Mit vollem Namen hieß er Graf Alexander Joseph Kolowrat-Krakowsky, der vor 130 Jahren geboren wurde.

Graf Kilowatt 2-Alpenfahrt KopieDer Spitzname lässt sich gleich doppelt erklären. Er bezog sich auf den Fahrstil des Grafen ebenso wie auf dessen füllige Gestalt. Und der Fahrstil hatte es in sich: 1908 siegte Graf Kilowatt im ersten Jahrgang des Rennens Zbraslav-Jíloviště in der Zweiliterklasse, im Folgejahr fuhr er bei der deutschen Prinz-Heinrich-Fahrt insgesamt 102 Mitbewerbern davon. Kolowrat war außerdem maßgeblich am Erfolg des Teams Laurin & Klement bei der anspruchsvollen Fahrt St. Petersburg–Sewastopol beteiligt und behielt im Wettbewerb um den Karpathenpokal (1911) die Oberhand.

Graf Kilowatt ist als Name und Person auch mit dem Alprenrennen verbunden. Er stand beim ersten Jahrgang (1910) ganz oben auf dem Siegerpodest, in den Jahren 1912, 1913 und 1914 kam er jeweils ohne Strafpunkt ins Ziel. Zum Hintergrund der Regeln: Die einzelnen Etappen der Alpenfahrt mussten ohne Pause bestritten werden, auch die Motoren mussten stets laufen. Darüber hinaus wurden den Fahrern Maximalzeiten für das Absolvieren einzelner Etappen vorgegeben, in jedem Rennfahrzeug fuhr ein Kampfrichter mit. Der Motor, das Getriebe und weitere wichtige Fahrzeugteile wurden versiegelt, damit sie nicht ausgetauscht werden konnten. Strafpunkte für die Rennfahrer gab es für verspätete Ankünfte oder Starts sowie für unfaires Verhalten während des Rennens.

Graf Kilowatt 1-Person KopieNach seiner Hochzeit beendete er seine Karriere als Rennfahrer und wandte sich der Kinematografie zu. Zu den Schauspielern und Regisseuren, mit denen er dann arbeitete, gehörten Marlene Dietrich („Der blaue Engel“) und Michael Curtiz („Casablanca“).

Auf Höhepunkt dieser zweiten Karriere, erkrankte Sascha Kolowrat mit 40 Jahren an Speicheldrüsenkrebs, an dessen Folgen er am 4. Dezember 1927 41-jährig in Wien verstarb. Seine Spuren finden sich aber bis heute in der österreichischen Hauptstadt: 1975 wurde im Wiener Stadtteil Favoriten eine Straße nach ihm benannt, die Kolowratgasse. Auch im Film hat er posthum noch Bedeutung erlangt – 1956 in Alfréd Radoks Streifen „Großvater Automobil“ nach dem gleichnamigen Buch von Adolf Branald.

Informationen

Unter dem Titel „Life As A Race“ erinnert das Škoda Museum in Mlada Boleslaw noch bis zum 4. April 2016 an „Graf Kilowatt“.

Informationen im Internet: museum.skoda-auto.com/muzeum/current-exhibitions

Quelle: Škoda

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