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„Autofahren ist Leidenschaft, ohne Auto fahren zu müssen“ – Musiker Stefan Gwildis im Interview


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„Ist es ok, wenn wir zum Gespräch rausgehen?“ An einem späten Nachmittag hat Stefan Gwildis schon etliche Termine hinter sich und folglich das Bedürfnis nach frischer Luft. Der 53-jährige Sänger ist bestens im Geschäft, ohne die Leidenschaft für die Musik zu verlieren. Wie das funktioniert, erzählte er im Gespräch mit KÜSmagazin.

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Stefan Gwildis, Ihre jüngste CD heißt „frei händig“. Wie kam es zu dem Titel?

Ein Song auf der CD, den Pe Werner geschrieben hat, heißt „Wer loslässt, hat die Hände frei“. Vieles ist einfacher, wenn man sich nur mal locker macht. Als CD-Titel wäre das aber zu lang gewesen. Und dann hatte Jon Flemming Olsen (Texas Lightning) die Idee, den Titel auf etwas Kurzes, Prägnantes einzudampfen. Das war „frei händig“. Gilt auch insofern, als wir diesmal ausschließlich eigene Songs aufgenommen haben, während wir uns auf den letzten Alben am amerikanischen Soul orientiert hatten.


Gibt es auf der CD Lieder, die Ihnen ganz besonders am Herzen liegen?

Das tun alle. Aber ich greife mal drei heraus. „Spiel das Lied in dir“, „Du bist wieder da“ und „Durch die Nacht“, das ist ein typischer Autofahrer-Song.


Inwiefern?

Er erzählt von der Leidenschaft, die Autofahren bedeutet. Und die teile ich, ich komme aus der Kfz-Branche, habe selbst Autos gesammelt. Von daher teile ich die Begeisterung dafür: Autofahren ist für mich eine Leidenschaft, ohne unbedingt aufs Autofahren angewiesen zu sein. Wie beim Musizieren. Auch wenn das Angewiesen-Sein manchmal unvermeidlich ist. Eine Tournee zum Beispiel muss man, bei allem Equipment, mit dem Auto machen.


Ist die Arbeit an einer Studio-CD – etwa im Vergleich zu einer Tournee – ein einsamer Prozess?

Für mich ganz und gar nicht, nein. Charlie Chaplin war zum Beispiel ein Künstler, der bewusst vieles ganz alleine machen wollte. Aber für mich ist der kreative Austausch wichtig, auch das Streiten, dass man einen Dialog angeht, ein Gespräch. Den Gegenpol braucht’s immer, zumal wir ein Team aus sechs Köpfen sind. Martin Langer als Produzent und Schlagzeuger, Tobi Neumann als Produzent und Pianist, Michy Reincke, Rolf Claussen und Pe Werner als Texterin, und ich selbst.


Sie werden in der Öffentlichkeit oft in einem Atemzug mit Hamburg genannt. Was bedeutet die Stadt für Sie?

Darüber könnte ich ein Buch schreiben. Kurz: Hamburg ist eine weltoffene Stadt, die alle Menschen willkommen heißt, die das Herz auf dem rechten Fleck haben. Und es ist eine Hafenstadt (lacht): Wenn ich mal länger weg war, gehe ich zum Hafen und nehme eine gute Prise Dock No. 10.

Nachdem jetzt recht viel vom Auto die Rede war: Welches Auto fährt Stefan Gwildis?
Einen Opel Vectra. Opel hat bei uns eine Familientradition. Mir fällt mein Großvater ein, Friedrich Abé, der fuhr noch einen Opel Kapitän.


Der Name klingt französisch …

Ist er. Unsere familiären Wurzeln liegen in Frankreich und in Litauen. Mein Familienname ist litauischen Ursprungs.

Stefan Gwildis, vielen Dank für den Zwischenstopp.

Stefan Gwildis

Dem musikalischen Multitalent (Jahrgang 1958) gelang mit „Neues Spiel“ 2003 der bundesdeutsche Durchbruch. Mit seiner CD „Heut ist der Tag“ kam er 2007 auf Platz 2 der deutschen Albumcharts. Die neueste CD „frei händig“ erschien 2012 (105music). Zu den zahlreichen Arbeiten des Künstlers gehört neben der Show „Auto! Auto!“ mit Christian von Richthofen unter anderem ein Gastauftritt im „Tatort“ (2007 mit Ermittlerin Inga Lürsen alias Sabine Postel).

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