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Autogas: Neuentwicklungen von Hyundai


Mit direkt einspritzenden Motoren drängt Hyundai in den Autogas-Sektor

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Autogas ist nicht nur beim Verbraucher eine immer beliebter werdende Form des Antriebs. Die Vorteile liegen auf der Hand: Niedrigere Energiekosten (der Liter etwa die Hälfte des Benzinpreises), steuerliche Begünstigung bis 2018, ein immer dichter werdendes Versorgungsnetz und bei Umrüst-Willigen Autobesitzern die Aussicht auf eine rasche Amortisation der Kosten. Fahren mit Flüssiggas ist aufgrund des geringeren Schadstoff-Ausstoßes auch eine umweltfreundliche Form der Mobilität. Demzufolge tauchen Fahrzeuge mit Flüssiggas oder LPG-Antrieb wie die offizielle Bezeichnung heißt, in den Modellpaletten vieler Hersteller immer häufiger als Alternativ-Angebote zu Benziner oder Diesel auf.

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Den nächsten Schritt in der technischen Weiterentwicklung seiner LPG-Fahrzeuge hat Hyundai durch die Kooperation mit dem LPG-Dienstleister ecoengines gemacht. Die Südkoreaner und der deutsche Importeur setzen auf das Prinzip der Flüssiggas-Direkteinspritzung. Der Clou: das Gas wird flüssig und nicht mehr gasförmig eingespritzt. Das bedeutet: der Motor startet nicht nur zu 100 Prozent schon auf Autogas, er bietet auch bis zu zehn Prozent mehr Drehmoment. Sämtliche Anlagen sind nach den gängigen Normen homologiert, der Zusatzaufwand für Einstellfahrten oder zusätzliche Kontrollen des Ventilspiels entfällt. Die Wartungen der LPG-Anlage können zudem den Wartungs-Intervallen der Fahrzeuge angepasst werden.

Autogas ist derzeit ein sehr interessantes Geschäftsfeld. Der Hintergrund ist, dass sich mit Chevrolet zurückzieht, der eine breite Modellpalette in Sachen Autogas-Fahrzeuge sein eigen nannte. Dieser „Kuchen“ muss jetzt neu verteilt werden, und daran möchte man auch bei Hyundai – wie Deutschland-Chef Markus Schrick erst vor wenigen Wochen bestätigte – möglichst umfangreich partizipieren.

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Das direkt einspritzende Flüssiggas-Prinzip gilt da als „Tortenheber“ der besonderen Art. Die Koreaner besetzen aufgrund ihrer Kooperation mit ecoengines und der daraus resultierenden Möglichkeit der Umrüstung auf LPG-Direkteinspritzung ein ansehnliches Angebots-Vakuum. Die technischen Voraussetzungen für die Umrüstung sprechen für das effizientere Prinzip der Direkteinspritzung.

Im Motorraum muss lediglich die Benzin-Hochdruckpumpe ausgetauscht werden, das war’s auch schon. Eine zusätzliche Abnahme und ein neues Abgas-Gutachten einer Prüforganisation, sagt Hyundai, seien zudem nicht erforderlich.

Die Koreaner gehen gleich in die Vollen bei der Möglichkeit, ihre Modelle an die neue Technik anzupassen: Vom kompakten i30 über die Mittelklasse-Modelle i40 und i40 Kombi bis zu den SUV ix35 und Santa Fe besteht die Möglichkeit nachzurüsten. Um einen möglichst großen Kundenkreis an die neue LPG-Variante heranzuführen, ändert der Hersteller auch an den Rahmenbedingungen in punkto Service und Garantie nichts: Die Fahrzeug-Garantie von fünf Jahren wird nicht angetastet, zudem wird automatisch eine fünfjährige Garantie für alle LPG-Bauteile und mögliche Folgeschäden abgeschlossen. Ab 2.746 Euro sollen Interessenten an dieser Umrüstung „mittendrin und nicht nur dabei“ sein.

Ob auch andere Hersteller daran interessiert sind, bestimmte Modelle auf die direkt einspritzende LPG-Technik nachrüsten zu lassen, ist derzeit nicht bekannt.

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