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Lars Simon: Autor mit Faible für drastische Buchtitel


„Manchmal entwickeln Figuren ein Eigenleben“

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„Kaimankacke“ – ein drastischer Titel, fürwahr. Im Gespräch mit KÜSmagazin kann Autor Lars Simon das ganz locker erklären. Und wie nebenbei wird zugleich ein Bericht über die verschiedenen Erfahrungen eines Auswanderers daraus. So, wie er nicht unbedingt im typischen Reiseführer steht.

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Lars Simon, Sie haben längere Zeit in Schweden gelebt. Wie viel aus dieser Zeit fließt in Ihre Bücher ein?
Ich selbst bin nicht Torsten Brettschneider, die Hauptfigur. Aber meine Erfahrungen in Schweden finden sich schon in dem, was ich schreibe.

Wie kam es zu Ihrer Entscheidung, auszuwandern?
Mit meiner damaligen Freundin hatte ich den ganz klassischen Traum vom Landleben mit Tieren auf einem Bauernhof. Allerdings ist die schwedische Mentalität doch ganz anders als die deutsche.

Inwiefern?
Schweden ruhen sehr in sich selbst. Und sie sind genügsam, in vieler Hinsicht, besonders beim Essen (lacht). Wenn zum Beispiel in Frankfurt jemand Schwierigkeiten am Geldautomaten hat und sich hinter ihm eine Schlange bildet, wird irgendwann jemand fragen: Soll ich helfen? Was aber nur heißt: Stell dich nicht so ungeschickt an. In Schweden würde einfach jemand aus der Schlange vortreten und dem Menschen wirklich zu helfen versuchen. Und: Es gibt in Schweden nicht die Gastronomie wie in anderen Ländern, also eine Dorfkneipe oder Gaststätten.

Sondern?
Schweden treffen sich bei jemandem zu Hause, privat. Das heißt, man kann nicht eben in eine Kneipe gehen, um vielleicht andere Menschen kennen zu lernen. Aber dass jemand eine Tankstelle, eine Reparaturwerkstatt, ein Café und einen kleinen Lebensmittelladen zusammen betreibt, das gibt es durchaus.

Sind Ihre Figuren diesen Erfahrungen quasi entnommen?
Eine Hauptfigur kann ich sehr genau planen. Andere entwickeln durchaus mal ein Eigen-leben (lacht). Das klingt eigenartig, ist aber so. Es kann auch sein, dass man mit einer Figur Mitleid bekommt, weil man ihr etwas zumuten wollte, was man dann doch nicht über sich bringt.

Ihr zweiter Roman hat wieder einen sehr drastischen Titel.
Ich will nicht zu viel verraten. Aber: Das, was der Titel sagt, spielt wirklich eine entscheidende Rolle. Es geht um eine Schatzsuche. Eine Chaostruppe – diesmal nicht im Norden, sondern in der Karibik.
Die Truppe fliegt natürlich in die Karibik.

Wie sind Sie selbst am liebsten unterwegs?
Das ist abhängig vom Ziel. Ich fahre sehr gerne Auto, zur Zeit einen gebrauchten Porsche. Aber wenn ich z. B. in die Innenstadt von Frankfurt muss, nehme ich die S-Bahn.
Herr Simon, vielen Dank für das Gespräch.

Lars Simon, Jahrgang 1968, lebt nach sechs Jahren in Schweden in der Nähe von Frankfurt/Main. „Kaimankacke“ ist nach „Elchscheiße“ (beide im Deutschen Taschenbuch Verlag erschienen) sein zweiter Roman.

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