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Marktbetrachtung Kleinwagen (5-Türer)


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Die Verkehrsdichte und Parkplatznot in den Innenstädten sorgen dafür, dass Kleinwagen zunehmend an Attraktivität gewinnen. Käufer – ob Privat oder gewerblich – haben die Vorteile von kompakten Außenmaßen der Cityflitzer erkannt und sind zunehmend von diesen Vorteilen der qualitativ und ausstattungsmäßig immer besser werdenden Kleinwagen angetan. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum wuchs der Kleinwagenmarkt in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um mehr als fünf Prozent auf knapp 201.300 Einheiten in Deutschland. Mehr als die Hälfte aller Kleinwagenzulassungen fiel auf den Ford Fiesta, Mini, Opel Corsa, Skoda Fabia und VW Polo, um nur die Zulassungskönige dieser Klasse zu nennen.

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Die saarländischen Prognoseexperten von Bähr & Fess Forecasts haben ausgewählte fünftürige Kleinwagen mit Benzinmotorisierungen näher ins Visier genommen und analysiert (siehe auch Tabelle).

Ganz vorn in der Wertstabilitäts-Hitliste rangiert der englische Bayer MINI One mit einer Restwertprognose von mehr als 59 Prozent in vier Jahren. Nach wie vor kann dem MINI in Sachen Wertstabilität keiner so leicht das Wasser reichen. Das Konzept des MINI und das Lebensgefühl, das er vermittelt und nicht zuletzt die Formensprache – all das sorgt anscheinend für die anhaltend sehr gute Nachfrage. Den Silberplatz kann – wenn auch mit reichlich Abstand – der Skoda Fabia, unter dessen Motorhaube ein 90-PS-Benzinmotor werkelt, für sich in Anspruch nehmen. Die Experten attestieren dem Tschechen nach diesem Zeitraum noch einen Restwert von guten 51 Prozent. Auch der Mazda2 gehört in Sachen Wertstabilität zu den Siegertypen. Mit einem Restwert von 50,8 Prozent gesellt sich der Japaner hinter dem Skoda auf den Bronzeplatz.

Im guten Mittelfeld mit Restwerten zwischen 47 und unter 50 Prozent können sich der Audi A1 Sportback 1,0 TFSI (49,1 Prozent), Honda Jazz 1,3 (48,2 Prozent), Opel Corsa (47,5 Prozent), Seat Ibiza 1,2 (47,8 Prozent), smart forfour (49,2 Prozent), Toyota Yaris 1,33 (47,7, Prozent) und VW Polo (47,1 Prozent) behaupten. Ebenso in diese Restwertkategorie reiht sich der Suzuki Newcomer Baleno 1,2 Dualjet ein. Dem japanischen
Raumgiganten Baleno, unter dessen Motorhaube ein 90-PS-Benzinmotor arbeitet, attestieren die Prognoseexperten einen Restwert von 47,1 Prozent in vier Jahren. „Der Baleno kommt mit einem guten Preis-/Leistungsverhältnis daher. Er ist allerdings in einer Gesellschaft harter Konkurrenz. Es wird dem Suzuki nur wenig nützen, dass seine Konnektivitätsfähigkeiten – unter anderem CarPlay und MirrorLink – sehr vielseitig sind, denn dort wird auch bei der Konkurrenz schon einiges geboten. Der Japaner ist ein gutes Auto mit einem unauffälligen Auftritt“, so Dieter Fess, Mitinhaber der Bähr & Fess Forecasts GmbH in Völklingen. Dicht dahinter rangieren die fünftürigen Cityflitzer von Ford, Peugeot und Nissan. Der Kölner Fiesta 1,25 und der Franzose 208 – beide mit 82- PS-Motorisierung – sind nach diesem Zeitraum noch je 46,7 Prozent ihres ehemaligen Neupreises wert. Einen guten Prozentpunkt weniger bescheinigt das Forecasts-Institut dem Nissan Micra in vier Jahren. Am unteren Ende der Skala mit Restwerten von weniger als 43 Prozent rangieren die koreanischen Modelle Hyundai i20 1,2 (41,5 Prozent) und Kia Rio 1,2 (42,4 Prozent) sowie der Franzose C3 (41,9 Prozent) von Citroën.

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Untersucht man die Fahrzeuge innerhalb des Kleinwagensegments, ist klar ersichtlich, dass die prozentualen Restwertkönige bei den errechneten Wertverlusten in Euro nicht mehr ganz so glänzen können. So sind beispielsweise der Ingolstädter A1 Sportback mit 82 PS und der 75 PS starke MINI One sehr wertstabil, aber bei einem Neupreis von 16.800 Euro für den Audi und 16.900 Euro für den MINI heißt das, dass sie in vier Jahren einen Wertverlust von rund 8.550 Euro beziehungsweise 6.890 Euro haben. Der Nissan Micra mit 80-PS-Benzinmotor dagegen hat einen geringeren prozentualen Restwert (45,4 Prozent), aber auch einen erheblich niedrigeren Neupreis (10.390 Euro): Der Japaner verliert in vier Jahren gerade mal 5.670 Euro – also knapp 2.900 Euro weniger im Vergleich zum A1 und circa 1.200 Euro als der englische Bayer. Den höchsten Wertverlust in Euro hat allerdings der Citroën C3 mit über 9.500 Euro in vier Jahren.

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