Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger e.V.

Meilenstein bei der Pannenhilfe


Komfortables, einfaches und sicheres Abschleppen

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Diese Situation kennt jede Werkstatt: Ein Kunde ist mit einer Panne irgendwo liegengeblieben. Bei der laienhaften Fehlerbeschreibung kann es fast alles sein. Ausrücken mit schwerem Gerät oder reicht der Geselle im Pkw? Mit einer Neuentwicklung aus Ibbenbüren am Teutoburger Wald stellt sich die Frage nicht mehr.

Kfz-Meister Josef Vorndieck hat mit Unterstützung der Metallbauunternehmen Laumann GmbH & Co. KG und con-figo Lasersystembau GmbH & Co. KG sowie der Fachhochschule Osnabrück ein Nachläufer-System namens CarCaddy entwickelt, mit dem betriebsunfähige Fahrzeuge nicht geschleppt sondern abgeschleppt werden. Ein kleiner, aber juristisch sehr wichtiger Unterschied. Beim Abschleppen bilden beide Fahrzeuge formal kein Gespann, so reicht der Führerschein, der für das Zugfahrzeug alleine nötig ist. Denn der Caddy ist kein Anhänger und braucht damit genauso wenig wie eine Abschleppstange eine Straßenzulassung.

Kfz-Steuer, Versicherung und Hauptuntersuchungen fallen damit nicht an.

Eine Person allein kann das Pannenfahrzeug zur Werkstatt abschleppen, wenn eine Reparatur vor Ort nicht möglich ist. Selbstverständlich können mit dem CarCaddy nicht alle Fahrzeuge abgeschleppt werden – aber dann gibt es ja immer noch die herkömmlichen Methoden. „Bei der neu entwickelten Abschleppachse geht es um möglichst viel Flexibilität und Sicherheit im Abschleppalltag von Fachbetrieben“, erläutert Vorndieck.

Der CarCaddy ist so konstruiert, dass er ähnlich einem Fahrradträger auf der Anhängerkupplung transportiert werden kann. Durch teilweise Verwendung von Aluminium wird die Stützlast von 75 kg nicht überschritten. Vor Ort zieht der Pannenhelfer die Räder auf der Achse auseinander, klappt das Fahrwerk nach unten und trennt es von der Zugmaschine. Die Anhänger-
kupplung an der Achse wird demontiert und durch eine zweiteilige Deichsel mit eigener Kupplung und einer manuellen Hydraulikpumpe ersetzt. Zwei kurze Auffahrrampen werden auf die Achse gesteckt und wie alle anderen Verbindungen auch mit Bolzen und Splinten gesichert. Mit einer Schnellkupplung verbindet der Helfer den Schlauch der Hydraulikpumpe mit Hydraulikzylindern an den beiden Rädern.

Jetzt kann das Pannenfahrzeug auf den Caddy geschoben und hochgepumpt werden. Mit etwas Übung dauert das Ganze weniger als fünf Minuten. Falls die Warnblinkanlage oder Beleuchtung des Pannenfahrzeugs nicht mehr funktionieren, werden die mitgelieferten Rückleuchten mittels Magnet am Pannenfahrzeug befestigt, mit dem Stecker verbunden und schon kann die Bergung in Richtung Werkstatt losgehen.

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